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Mi, 15.09.2010

Freude über Freudsche Verbrechen – Claudio verschenkt Hörbücher  

Filed under: Freizeit,Hörspiel,non-digest,Unterhaltung von Mawan, 21:01:50 Uhr
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Heute mittag fiel mir folgender  Tweet von Claudio Medien auf:

Wer Lust hat ein Hörbuch zu hören und bereit ist, dieses kurz zu bewerten, bekommt HEUTE ein Hörbuch seiner Wahl geschenkt. Einfach melden.
@Hoerbuecher
Claudio Medien

Natürlich hielt ich das sofort für eine schöne Aktion, Hörbücher sind schließlich immer gut, erst recht, wenn es sie auch noch kostenlos bzw. im Gegenzug für eine kurze Rezension gibt. Als man mir noch versichert hatte, dass ich mir mit der Kritik Zeit lassen könne, stand für mich fest: ich bin dabei.

Nachdem ich gegen Abend dazu gekommen war, mir ein Hörbuch auszusuchen und dies zu twittern – meine Wahl war auf  „Freudsche Verbrechen“ von Eva Rossmann gefallen – erhielt ich fast sofort per DM einen Gutscheincode, mit dem sich das Hörbuch kostenlos herunterladen ließ.

Die Daten werden unter anderem als ZIP-Archiv zur Verfügung gestellt, das neben den einzelnen Tracks im MP3-Format (128 kbit/s) auch das Cover im JPG-Format enthält; die Einträge bleiben im Benutzerkonto erhalten (ich hatte vor längerer Zeit dort schon einmal etwas heruntergeladen, auch das war noch zugreifbar) und können von dort wahlweise direkt abgespielt, in Form einer MP3-Datei oder eben im bereits oben genannten ZIP-Archiv auf den eigenen Rechner kopiert werden, sogar ein direkter Zugriff auf einzelne Tracks ist verfügbar; somit ist insbesondere auch ein erneuter Download erworbener Inhalte zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Einige Hörbücher werden statt als MP3-Version im WMA-Format bereitgestellt, dies ist aber bereits in der Artikelansicht gut erkennbar.
Die Vorgehensweise – wie sie bis auf den Direktzugriff auf die einzelnen Tracks z.B. auch von Lauscherlounge bzw. Soforthoeren, wo die entsprechenden Dateien heruntergeladen werden können, praktiziert wird, halte ich für vorbildlich; die Angebote anderer Händler sind da leider weniger benutzerfreundlich, zum Beispiel kann man Inhalte bei Amazon nur einmalig herunterladen, audible stellt die meisten Inhalte sogar nur in einem speziellen Format zur Verfügung, so dass eine Nutzung unter Linux oder auf einem normalen MP3-Player schwierig bis unmöglich ist.

Vielleicht mag sich der ein oder andere meiner Leser auch noch ein kostenloses Hörbuch sichern – die Aktion läuft noch bis heute, 23:59h; somit bleiben Euch ja noch ein paar Stunden…
Wer meine Blogeinträge immer sofort liest, könnte hier also einen kleinen Vorteil haben 😉

Von meiner Seite geht erstmal ein herzliches Dankeschön an Claudio für die Aktion und die problemlose Abwicklung.
Die Rezension des Hörspiels folgt natürlich auch noch, allerdings muss ich es dazu selbstverständlich erstmal komplett hören, während ich bis jetzt noch nicht über das Kopieren auf meinen MP3-Player und den Anfang des Hörbuchs hinaus gekommen bin; könnte also noch ein paar Tage dauern, schließlich liegen noch ca. zweieinhalb Stunden Hörgenuss vor mir 🙂

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Fr, 10.09.2010

Gefrorener Joghurt auf dem Handy – Android 2.2 auf dem O2-Desire  

Filed under: Handy,non-digest,Twitter von Mawan, 04:31:36 Uhr
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Seit Montag gibt es das lang ersehnte Update auf die aktuelle Android-Version 2.2, also das von Google entwickelte Betriebssystem für mobile Geräte, auch für das HTC Desire von O2, was insofern für mich von besonderem Interesse ist, da ich ein derartiges Gerät mein eigen nennen darf. Diese ist – wie immer bei Android – nach einer Leckerei benannt, nämlich nach dem insbesondere in Amerika beliebten „Gefrorenen Joghurt“, englisch „frozen joghurt“ oder kurz „froyo“. Vorgänger und Nachfolger heißen übrigens „Eclair“ bzw. „Gingerbread“.Frozen joghurt for the HTC Desire

Das Verfahren sieht so aus, dass nach der Entwicklung der eigentlichen Android-Version vom jeweiligen Hersteller (im Falle des Desire also HTC) eine Anpassung für das konkrete Gerät, die Umgebung (hier somit: Sense) etc. vorgenommen wird; basierend auf dieser Software bauen die meisten Mobilfunkbetreiber für „ihre“ Geräte noch netzspezifische  Voreinstellungen, vorinstallierte Software und Daten ein und aktivieren bzw. deaktivieren bestimmte Funktionen.
Diesbezüglich finde ich O2 vorbildlich: man lässt Tethering (also die Möglichkeit, z.B. einem Laptop eine Internet-Verbindung über das Handy zur Verfügung zu stellen) zu, liefert die Navigationssoftware Telmap kostenlos mit – lediglich die Datenübertragung muss der Kunde bezahlen, jedoch nicht die unbegrenzte Nutzung – und verzichtet darauf, das Handy mit eigenen Hintergrundbildern, Klingeltönen und anderen Dingen zu „verschönern“ oder sonstige Funktionen einzuschränken.
Diese von mehreren Unternehmen wiederum wird noch von Google begutachtet und schließlich zum Update verteilt.

O2 hat – wie auch via Twitter bekannt gegeben – zunächst ein sogenanntes „over the air“-Update angeboten, d.h. die Aktualisierung ist über eine bestehende Internetverbindung via Mobilfunk oder WLAN  verfügbar und kann eingespielt werden, ohne dass Daten oder Anwendungen verloren gehen. Davon abgesehen ist es natürlich trotzdem eine gute Idee, von Zeit zu Zeit Backups anzufertigen, schließlich kann ein Handy auch mal beschädigt werden oder verloren gehen, so dann man ggfs. auch unabhängig von irgendwelchen Betriebssystemaktualisierungen froh sein könnte, zumindest noch die Daten auf dem Rechner zu haben.
Leider hat es dann wohl mit neueren Desire-Modellen (nämlich denen mit SuperLCD-Display, O2 spricht in diesem Zusammenhang von einer Auslieferung ab August) Probleme gegeben, die sich äußern, indem das Gerät im Laufe des Update-Vorgangs nach einem Neustart nicht mehr korrekt startet. Daraufhin wurde die „over the air“-Aktualisierung wieder zurückgezogen; mittlerweile ist die Software stattdessen  zum Einspielen via Windows-PC verfügbar, die allerdings den Nachteil hat, dass das Desire sich anschließend wieder im Auslieferungszustand befindet, d.h. Anwendungen und Daten erstmal verloren sind und wiederhergestellt werden müssen, was natürlich mindestens einiges an Zeit, ggfs. sogar (bei kostenpflichtigen Anwendungen) Geld kosten könnte. Dennoch halte ich das Vorgehen für das geringste Übel, da es wohl nicht ohne weiteres möglich sein dürfte, beim Anbieten eines Updates zwischen den verschiedenen Desire-Ausgaben zu unterscheiden, und das Lahmlegen eines Handys ist nun mal recht unschön, so dass es Priorität haben sollte, etwas derartiges zu verhindern, zumal momentan noch nicht so recht klar zu sein scheint, was denn nun schief gelaufen ist – jedenfalls scheint die gleiche Software-Version beim Einspielen über den PC zu funktionieren, over the air jedoch nicht (zumindest nicht auf jedem Handy).

Zwar äußerten sich diverse betroffene Benutzer z.B. auf Twitter eher verärgert (was natürlich nachvollziehbar ist – auch ich habe mich zunächst etwas gewundert, dass trotz Tests bei Google, HTC und O2 dennoch grundlegende Probleme auftreten), erst recht vor dem Hintergrund der doch recht langen Wartezeit bis zur Verfügbarkeit des Updates, auch im Vergleich zu den Angeboten von HTC (für Provider-unabhängige Geräte) und Vodafone, die Froyo bereits länger zur Verfügung stellen,  jedoch sollte man auch bedenken, dass es nicht ganz trivial ist, alle möglichen Bedingungen von vornherein in Tests abzudecken, so gibt es neben den unterschiedlichen Hardware-Versionen auch verschiedene Update-Möglichkeiten (over the air, per PC/USB; letzteres funktioniert wohl bei allen Modellen), ggfs. verschiedene Vorversionen, von denen man updated etc.
Und immerhin hat man, nachdem es zu Problemen kam, sehr zügig reagiert und über die Probleme informiert, das kann man ja leider auch nicht von jedem Unternehmen sagen.
Überhaupt kommuniziert O2 generell recht gut über seine Twitter-Accounts (u.a. @o2online_de, @o2myhandy und @o2business) über aktuelle Entwicklungen, beantwortet Fragen etc.

Hinzu kommt, dass O2 die ROM-Version (nicht zu verwechseln mit der Android-Version!) 2.14.207.1 anbietet, die etwas neuer als 2.09.* (HTC) bzw. 2.10.* (Vodafone), die wohl momentan an anderer Stelle verfügbar sind; hier dürften also ein paar kleinere Fehler bereits beseitigt sein und die O2-Kunden erhalten wohl das neueste Android in Deutschland (wobei abzuwarten bleibt, welche Version denn die Telekom ihren Kunden zur Verfügung stellen wird; hierzu gibt es meines Wissens noch keine genauere Ankündigung).

Unabhängig von diesen Problemen – von denen ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts wusste, aber auch glücklicherweise sagen kann, dass sie mein Desire nicht betreffen –  habe ich gleich am Montag Vormittag das over the air Update eingespielt.
Der erste Versuch schlug zwar fehl, jedoch nur wegen mangelndem Anwendungsspeicher (bei mir waren es um die 17-18 MB, während das Update ca. 25 MB erforderte; das mag aber auch an den vorhandenen Daten liegen, die während des Updates automatisch gesichert werden; die Zahlen können also auch abweichen). Das war aber nicht tragisch, nach dem Deinstallieren einiger kostenloser Anwendungen (darunter Google Maps, von dem mit dem Update ohnehin eine zu diesem Zeitpunkt aktuelle Version installiert wird, sowie etwas anderem Kleinkram) war jedoch genügend Platz vorhanden und das Update lief problemlos durch, allerdings musste dazu die Update-Datei nochmals heruntergeladen werden, was aber dank WLAN-Nutzung kein wirkliches Problem darstellte, über das Mobilfunknetz wäre es ärgerlich gewesen.

Neben dem bereits oben erwähnten Tethering ist die wohl wichtigste Neuerung von Android 2.2, dass man Anwendungen statt wie bisher im internen Speicher auf der SD-Karte  installieren kann, wo natürlich im allgemeinen deutlich mehr Speicherplatz zur Verfügung steht. Allerdings muss dies von der jeweiligen Anwendung unterstützt werden, was momentan noch nicht durchgängig der Fall ist; außerdem gibt es z.B. mit Google Earth Probleme: zwar kann man die Anwendung nach der Installation auf die SD-Karte verschoben werden, jedoch verbleiben auch in diesem Fall stolze 18 der insgesamt ca. 25 MB im internen Speicher, was ein vielfaches der Gesamtgröße der meisten anderen Anwendungen darstellt; hier ist auf ein Update zu hoffen, das derartige Probleme behebt.
Für die Anwendungen, die es schon jetzt problemlos unterstützen, ist das eine schöne Sache, insbesondere für Leute wie ich, die gern mal ein paar Anwendungen mehr installieren, da man sie ja irgendwann mal brauchen könnte oder einfach gern damit rumspielt. Für diese Fälle bietet sich ein Tool wie App2SD an, das auf Wunsch automatisch direkt nach der Installation darüber informiert, dass ein Verschieben möglich ist und das ggfs. mit einem einfachen Antippen auch gleich erledigt, was einfacher ist, als sich durch Einstellungs- und Anwendungsmenüs hangeln zu müssen, prinzipiell geht das so aber auch mit Bordmitteln.

Auch ansonsten sind ein paar Dinge etwas neuer und besser, so kann man jetzt bei den Nachrichten direkt auf Links in SMS- oder MMS-Nachrichten klicken anstatt nochmal durch ein Zwischenmenü gehen zu müssen, in dem noch ein Teil des Textes abgeschnitten wurde, man hat eine bessere Übersicht über die bereits getippten Zeichen beim Verfassen etc. HTC stellt direkt eine Anwendung zur Verfügung, mit der man die eigentlich zur Kamera gehörende LED auch als Taschenlampe verwenden kann; auch eine App, um das Desire als WLAN-Accesspoint zu konfigurieren, ist eine sinnvolle Ergänzung.
Auch von Telmap gibt es eine etwas neuere Version; in Gegensatz zur ursprünglich installierten Fassung ist hier eine Nutzung über WLAN nicht mehr möglich, was erstens verständlich ist, man will hier wohl nur O2-Kunden zulassen und könnte andernfalls schlechter auf diese eingrenzen, zweitens ist das außer zu Testzwecken keine wirklich Einschränkung, da man ein Navigationssystem ohne eher unterwegs als in der Wohnung braucht. Weiterhin brauche ich ohnehin eher selten überhaupt ein Navi und wenn, benutze ich seit geraumer Zeit eher Google Maps, in dem seit Version 4.4 ja auch eine Navigation enthalten ist, sogar mit Sprachausgabe.
Etwas ärgerlich ist, dass kurz nach diesem Froyo-Update auch eine neue Version von Google Maps 4.5 erschienen ist, die sich nur als Update installieren lässt und somit zusätzlich Speicherplatz verbraucht. Auch beim mitgelieferten PDF-Viewer gibt es einen Kritikpunkt: im Gegensatz zur früheren Version fehlt hier die Funktion des freien Textflusses, die insbesondere beim Lesen von Dokumenten in eher kleinerer Schriftart sehr nützlich war, da man so den Text größer zoomen konnte, ohne deswegen den betrachteten Textabschnitt ständig hin- und herschieben zu müssen.

Ein paar Kleinigkeiten musste ich nach dem Update neu einstellen, z.B. nutze ich als Twitter-Client Seesmic (was ich übrigens nur empfehlen kann) statt des mitgelieferten Peep; dieses war nach dem Update nicht nur wieder mit regelmäßigen Datenaktualisierungen aktiviert, sondern meinte auch noch, mir meine Follower in die Kontakte hinzufügen zu müssen; beides ließ sich aber unter Einstellungen problemlos beheben (sollte man aber ggfs. dran denken, sonst wird unnötiger Datentransfer verursacht und man erhält ggfs. Benachrichtigungen über @-replies oder DMs doppelt; zudem werden die Kontakte – die im internen Speicher liegen – meiner Ansicht nach unnötig aufgebläht, in meinem Fall um etwas über 3 MB).
Auch die Spracheinstellung (als Handysprache verwende ich Englisch statt Deutsch) musste erneut umgestellt werden; auch das ist natürlich problemlos machbar.
Zusätzlich zu den vorher vorhanden und problemlos übernommenen Mailaccounts wurde noch ein unkonfigurierter O2-Account hinzugefügt, was aber möglicherweise daran liegt, dass der vorhandene O2-Account noch eine genion-Adresse (statt o2online.de) ist und daher nicht als bereits vorhanden erkannt wurde – ja, ich bin schon länger – übrigens im allgemeinen durchaus zufriedener – Kunde, sogar schon seit VIAG-Intercom-Zeiten… Auch dieser zusätzliche Account ließ sich problemlos entfernen.

Insgesamt kommt mir das Handy etwas schneller als vor dem Update vor (mit der Einschränkung, dass Anwendungen ggfs. durch das Verschieben auf die SD-Karte etwas an Geschwindigkeit, insbesondere beim Start, einbüßen können), sowohl was die Verwendbarkeit nach dem Booten als auch den laufenden Betrieb angeht; wirklich gravierende Unterschiede zu Eclair konnte ich jedoch nicht feststellen, von Nachteil ist die neuere Version aber weder diesbezüglich noch in anderer Hinsicht.

Fazit nach ein paar Tagen mit dem neuen Betriebssystem: Ein in meinen Augen durchaus lohnendes und zumindest für mein Handy-Modell problemloses Update.
Danke an die Ersteller 🙂

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So, 04.10.2009

Kult seit vielen Jahren: Die drei ???  

Seit ich irgendwann vor vielen, vielen Jahren meine erste Folge der Drei Fragezeichen (Nr. 24: „Die silberne Spinne“) von meinen Eltern in Hörspiel-Form zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte, bin ich Fan dieser Reihe, kenne (momentan: fast) alle offiziell erschienen Hörspiele sowie viele Fan-Projekte und habe viele der Bücher gelesen. Und es ist noch immer Kult.
Dieses Wochenende (mal abgesehen davon, dass ich u. a. wegen des Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken ohnehin anderweitig beschäftigt war) hat sich gleich einiges an neuem Material angesammelt, was ich mal zum Anlass nehmen will, hier ein paar Kommentare zu verschiedenen Projekten zu schreiben und ein paar Empfehlungen auszusprechen:

Zunächst sind da natürlich die offiziellen Folgen, die normalerweise zunächst in Buchform bei Kosmos (früher Franck-Kosmos) und gewisse Zeit später als Hörspiel bei  Europa erscheinen. Zwischenzeitlich gab es diverse Rechtsstreitigkeiten zwischen Kosmos und Sony BMG, dem Konzern, zu dem Europa seit 2004 gehört, was dazu führte, dass von den Büchern ab Folge 121 zunächst keine Hörspiele produziert wurden, sondern stattdessen neue Folgen, die unabhängig von den weiterhin erscheinenden Büchern exklusiv geschrieben und unter dem Namen Die Dr3i herausgebracht wurden. Aus rechtlichen Gründen wurden hierbei im Gegensatz zu den in der deutschen Übersetzung bis dahin üblichen Anpassungen die Originalnamen wie „Jupiter Jones“, „Peter Crenshaw“ etc. verwendet, es erschienen 8 Folgen sowie eine interaktive Sonderfolge.
Nach der Beilegung des Rechtsstreits wurde diese Reihe wieder eingestellt; Europa brachte zunächst zwei bereits produzierte – aber aus o. g. Gründen  zunächst nicht veröffentlichte – Folgen heraus und setzt nun auch nach und und nach die weiteren bisher erschienen Bücher um; seit dem Freitag dieser Woche ist man mittlerweile bei Folge 134 angelangt, hängt aber noch etwas hinter den Büchern hinterher; dort gibt es bis jetzt 149 Bände (wenn man die aus jeweils drei Büchern bestehenden Jubiläumsfolgen 100 und 125 – wobei letztere („Feuermond“) in meinen Augen noch dazu eine der besten neueren Folgen überhaupt ist — jeweils als einen Band zählt); die nächste Neuerscheinung könnte also wieder etwas Besonderes werden — vielleicht wieder ein Dreifachband von meinen Lieblingsautor André Marx, der schon die beiden anderen Sonderausgaben schreiben durfte?

Apropos Autoren: nachdem der ursprüngliche Autor Robert Arthur nach den ersten zwölf Folgen verstorben war, übernahmen zunächst andere amerikanische Autoren die Reihe; da die Serie in Amerika jedoch nicht besonders erfolgreich war, wurde sie dort eingestellt; ab diesem Zeitpunkt wurde neue Folgen nicht mehr ins Deutsche übersetzt, sondern direkt auf Deutsch verfasst. Durch die verschiedenen kreativen Köpfe hinter den Geschichten gibt es durchaus unterschiedliche Erzählstile und Schwerpunkte, und so hat jeder Leser bzw. Hörer wohl seine Vorlieben, was Autoren und Folgen angeht…

Ich persönlich mag die Rätselfolgen sehr gern (was nicht heißen soll,  dass ich die anderen Folgen gar nicht mag), und damit sind wir schon bei Problem: in diesem Punkt unterscheide ich mich offensichtlich von André Minninger, der seit der Pause bei den Hörspielumsetzungen für die Skripte der Hörspielfolgen verantwortlich ist. Natürlich kann und sollte man Bücher – erst recht im bei den Hörspielen üblichen Zeitrahmen — nicht 1:1 umsetzen, jedoch werden auch recht häufig zu meinem Leidwesen ganze Rätsel einfach komplett raus gelassen (z.B. das Flaggenrätsel in Folge 132: „Spuk im Netz“); auch andere Dinge werden in einer Weise umgesetzt, die von Zeit zu Zeit halbrunde Vertiefungen am Rande meines Schreibtisches verursacht (sofern ich neue Folgen eben dort höre), z. B. gib es in Folge 128: „Schatten über Hollywood“ eine Szene, in der Justus entführt wird, sich in dunklen Raum wiederfindet und von einer Stimme aus dem Off angesprochen wird – eine Situation also, die förmlich nach einer entsprechenden Umsetzung beim Hörspiel schreit. Herr Minninger hingegen kam auf die glorreiche Idee, den guten Justus nach seinem Entkommen über die Situation seinen Detektivkollegen berichten zu lassen und die Szene selbst einfach zu streichen. Kann man so machen, muss man aber nicht. Erwähnte ich eigentlich schon, dass Hausratsversicherungen nicht für  Bissspuren in Möbelstücken aufkommen? Auch auf die unterschiedlichen Schwerpunkte der Folgen wird zu wenig eingegangen — z. B. lebt die Folge 130: „Der Fluch des Drachen“ weniger vom Fall an sich (der allenfalls Durchschnitt ist) als vielmehr von einer für den ersten Detektiv eher ungewohnten Situation, von zahlreichen Running-Gags (Stichwort: Mausefallen), auch mit einem alten Bekannten gibt es ein Wiedersehen; das Buch ist also durchaus lesenswert, wenn auch kein Highlight der Serie. Und nun darf der geneigte Blogleser raten, was Herr Minninger alles weggelassen oder allenfalls in Andeutungen übernommen hat und was demzufolge übrig geblieben ist. Unter den richtigen Einsendern wird übrigens ein Gummibärchen verlost.

Hier gibt es glücklicherweise gewisse Abhilfe:  Das Projekt Neuvertonung. Die ursprüngliche Idee war, die bereits erschienenen Drei-???-Hörspiele noch einmal in einer eigenen Fassung zu produzieren, die sich näher am Buch orientiert als die Europa-Versionen. In der Veröffentlichungspause erschienen hier sogar die – meines Wissens einzigen — Hörspielfassungen der Bücher ab 121; mittlerweile muss man sich gedulden, bis die Veröffentlichung der Europa-Fassungen eine Weile zurückliegt, bis die Neuvertonungs-Folgen von Kosmos freigegeben werden — schön aber, dass das überhaupt geschieht. Das Warten lohnt sich allerdings: hier findet man dann meist eben die Stellen, die man in der offiziellen Version vermisst hat (vgl. oben) wieder; natürlich sollte man fairerweise anmerken, dass es einfacher ist, wenn man weniger an zeitliche Vorgaben gebunden ist und nach den Veröffentlichungen von Europa die Reaktionen der Hörerschaft in Foren etc. auswerten kann, bevor man eine eigene Version herausbringt; dennoch gefallen mir die Skripte des Neuvertonungsteams deutlich besser als die Versionen von André Minninger. Leider muss man auch festhalten, dass Europa natürlich über andere Produktionsetats und -möglichkeiten verfügt, z. B. ist den Sprechern anzuhören, dass es sich durchweg um eher jüngere Personen handelt, was verständlicherweise trotz allen Bemühens bei älteren Figuren verständlicherweise nicht zu optimalen Resultaten führen kann; bei der Geräuschkulisse und Musikauswahl hingegen sind die Ergebnisse wirklich gut, und auch hier übertrifft man die Originale teilweise sogar.
Mein Traum wäre ja immer noch eine Hörspielfassung der Neuvertonungsskripte mit den Europa-Sprechern…
Das beste habe ich allerdings noch gar nicht erwähnt: die Neuvertonungsfassungen sind völlig legal und kostenlos im Internet verfügbar. Somit stellen sie nicht nur ein willkommene Alternativfassung für Fans dar, sondern eignen sich auch hervorragend für Neueinsteiger, die die Serie vielleicht noch gar nicht kennen (gibt es solche Leute tatsächlich? ;-)) und kein Geld ausgeben wollen. Daher meine  dringende Empfehlung: holt Euch eine oder am besten gleich mehrere der seit Samstag 18 erschienen Folgen (gab es da nicht auch mal eine Fassung von „Todesflug“? Mein Festplattenarchiv meint ja – verstehe gar nicht , warum die nicht mehr online ist… ;-)). Übrigens produzieren die Leute auch noch andere Hörspiele, die ebenfalls kostenlos erhältlich sind, hört doch mal rein! An das Team der Neuvertonung: Danke Leute, macht weiter so!

Einen deutlich anderen Ansatz hat das Team von Tino15 gewählt: hier werden eigene Geschichten über die drei Detektive und andere aus den offiziellen Geschichten bekannten Figuren geschrieben und vertont, die eine gelungene Mischung aus einer Hommage an die bekannten Folgen, Parodie und eigener Story darstellen. Seit einiger Zeit erscheinen die Geschichten als Mehrteiler mit einem Abstand von mehreren Wochen oder Monaten, umfassen dafür aber insgesamt auch mehrere Stunden. Von der aktuellen Produktion „Schatten unter Hollywood“ ist gerade der vierte und letzte Teil erschienen, so dass Neueinsteiger gleich alles auf einmal hören können… Natürlich gibt es auch hier noch ältere Produktionen, die empfehlenswert sind; als nächstes steht wohl der zweite Teil des auf der Hörspiel 2009 live präsentierten Hörspiels „Final Countdown“ an, der ursprünglich für Juli angekündigt war; ich freue mich drauf! Auch diese Hörspiele sind kostenlos im Netz verfügbar und natürlich lautet auch hier meine Empfehlung: Holt sie Euch! Das Team freut sich übrigens über Kommentare zu den Hörspielen… Neben den Hörspielen gibt es auch noch Extras wie Versprecher, MakingOfs, Weihnachtsspecials  etc., die via Twitter oder auf der Homepage angekündigt werden.

Darüber hinaus gibt es noch Mini-???-Hörspiele bei FriendRecords, auch diese sind kostenlos verfügbar und durchaus empfehlenswert. Weiterhin plant man wohl zusätzlich einen neues Projekt namens Detektei „Undercover“ — ich bin gespannt. Hier gibt es die Hörspiele.

Neben den genannten Quellen, die bereits diverse Folgen produziert haben und das hoffentlich auch in Zukunft tun werden, gibt es noch diverse andere Fan-Projekte, die einzelne Folgen heraus gebraucht haben,  die teilweise auch sehr empfehlenswert sind. Einen guten Anlaufpunkt bieten entsprechende Seiten bei Fanportalen z. B. die Fan-Hörspiele-Seite von Rocky-Beach.com, oder die Benutzung von Suchmaschinen. Besonders herausstellen möchte ich „Das raffinierte Rubens-Rätsel“, aber es gibt auch weitere lohnende Fanprojekte.

Nochmals Lob und Dank an alle, die derartige Dinge zur Verfügung stellen!

So, und nun muss ich mich mal zumindest um Teile des Hörfutters der letzten beiden Tage kümmern, nämlich die beiden neuen Folgen 133 und 134 von Europa, der Neuvertonungsversion der Folge „Haus des Schreckens“ (ich hoffe, mit ganzem Rätsel?) sowie dem Abschluss (und evtl. auch nochmal früheren Teilen) der „Schatten unter Hollywood“-Reihe von Tino15.
Wieso müssen die eigentlich alle fast gleichzeitig raus kommen? Ihr glaubt wohl, ich bräuchte meinen Schönheitsschlaf nicht? Wenn Ihr wüsstet… 😉
Ja natürlich läuft nichts weg — aber neugierig bin ich natürlich schon. Über Testergebnisse wird bei Gelegenheit berichtet 🙂

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