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So, 07.02.2010

Drei Fragezeichen – aktuelle Neuerscheinungen  

Achtung, enthält leichte Spoiler zu diversen „Die drei ???“-Folgen!

Abgesehen vom unerwarteten Gewinn gab es am Freitag auch noch ein paar planmäßige Neuheiten:

Zum einen erschien die aktuelle Hörspielfolge der Serie „Die drei ???“, deren Fan ich seit vielen Jahren bin: die Vertonung des — meiner Ansicht nach durchaus zu Recht — hochgelobten Buchs „Das versunkene Dorf“ von André Marx, nach aktuellem Stand sein letzter Beitrag zur Reihe.

André Marx (11/2006)
Bild © Arne Koehler
via Wikimedia Commons
GNU Free Documentation License, Version 1.2 or higher

Das ist einerseits bedauerlich, werden wir doch bis auf weiteres auf Knaller wie „Das Erbe des Meisterdiebs“, „Feuermond“, „Das Labyrinth der Götter“, „Der Nebelberg“, „Nacht in Angst“ oder eben „Das versunkene Dorf“, die alle zu den Highlights der mittlerweile über 150 Folgen zählen, verzichten müssen. Insgesamt hat er zwischen 1997 und 2007 27 ???-Titel verfasst, darunter die beiden Jubiläums-Dreifach-Bände zur 100. („Toteninsel“) bzw. 125. Folge („Feuermond“). Die Marx-Geschichten waren immer irgendwie anders (neue Elemente wie Brittany, Hintergründe zu Hugenays Vergangenheit, Erzählungen durch Tagebuch-Einträge und auch die Auseinandersetzungen mit Gewissenskonflikten von Justus oder der Dorfbewohner; die Running-Gags im „Fluch des Drachen“ saßen dabei genauso wie die düstere Stimmung in „Das versunkene Dorf“ — eine der berührendsten Folgen überhaupt, wie ich finde; Justus kam dabei häufiger nicht als der strahlende Held, der dem staunenden Rest am Ende die Auflösung serviert, vor…), aber keineswegs schlechter, im Gegenteil. Andererseits sagte er selbst in einem Interview, dass ihm — nachdem er die bis dato meisten Bände zur Serie beigetragen hatte — allmählich die Puste ausgehe und er sich daher bis auf weiteres um andere Dinge kümmern wolle. Das wiederum ist bewundernswert, dass er eben kein Mittelmaß abliefern will (was er dank des Status, den er sich sicherlich zu Recht in der Fangemeinde erarbeitet hat, sicherlich auch eine Weile tun könnte, z.B. um etwas leicht verdientes Geld einzusacken), sondern es dann erstmal lieber ganz lässt. Und natürlich bleibt die Hoffnung, dass er irgendwann mal wieder genug Ideen und Motivation hat, um doch nochmal mit den drei Detektiven aus Rocky Beach weiterzuarbeiten. 🙂

Aber zurück zur aktuellen Hörspiel-Folge: zunächst fällt einem natürlich das Titelbild ins Auge (auch wenn das nicht Hörspiel-spezifisch ist, sondern natürlich schon vom Buch bekannt ist). Ich finde es sehr gelungen: es illustriert nicht — wie es bei früheren Folgen teilweise der Fall war — irgendeine Kleinigkeit (die dann manchmal so unwichtig war, dass sie Hörspiel gleich ganz weggelassen wurde), sondern einen wesentlichen Bestandteil der Handlung; außerdem sieht es recht gut aus. Umgekehrt könnte man ihm vorwerfen, es verrate schon zu viel, allerdings gilt das dann für den Titel genauso, und ich halte das nicht für wild an dieser Stelle.
Die Atmosphäre (Tauch-Szene!, Stimmung im Dorf etc.) und Story sind durchaus bemerkenswert; ok, bei diesem Autor war auch nichts anderes zu erwarten, andererseits hat er es mal wieder geschafft, die ohnehin schon hohen Erwartungen mindestens zu erfüllen (und das, obwohl in dieser Folge nicht ein einziges meiner geliebten Rätsel vorkommt…).

Auch die Hörspiel-Umsetzung würde ich größtenteils als durchaus gelungen bezeichnen; natürlich ist klar, dass man ein paar Kürzungen vornehmen musste, die Tauch-Szene nicht so detailliert wie im Buch umsetzen konnte, jedenfalls nicht ohne ewig lange Erzähler-Passagen, die man ja eigentlich auch nicht will, was keineswegs mit der wieder sehr guten Leistung von Thomas Fritsch, sondern eher dem Wesen eines Hörspiels — z.B. im Gegensatz zu einer Lesung — zusammenhängt.

Überhaupt haben die Erzähler-Anteile bei den aktuellen Hörspielen im Vergleich zu den frühen Folgen sehr zugenommen, z. B. war das erste nach der Titelmusik beim Super-Papagei ein Hilfeschrei, heute würde man erstmal in aller Ausführlichkeit darüber informiert, dass man sich vor dem Haus eines neuen Klienten befindet, dort mit dem Rolls Royce hin gefahren ist, den man ja aus diesen und jenen Gründen zur Verfügung hat, warum der potentielle Auftraggeber die drei Detektive überhaupt eingeschaltet hat und so weiter und so fort. Wie gesagt, nichts gegen Thomas Fritsch, aber manchmal wäre etwas weniger mehr…

Allerdings muss ich diesmal an einem Aspekt herumkritisieren, an dem das bei Europa recht ungewohnt ist, nämlich bei der Besetzung. Während man normalerweise — natürlich auch vor dem Hintergrund, dass bei den meistverkauften deutschsprachigen Hörspielen entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen — die Rollen mit recht guten und zu den Rollen passenden Sprechern besetzt werden können, passt das hier leider nicht ganz. Nicht, dass ich Oliver Böttcher oder Christine Pappert für schlechte Sprecher hielte, sie wären eine gute Besetzung gewesen, wenn ihre Charaktere so um die 30 (+/- ein paar Jahre) gewesen wären. Leider sind diese aber über 50 Jahre alt, was nun wirklich nicht so klingt… 🙁

Insgesamt bleibt das ganze aber eine gelungene Umsetzung des genialen Buchs von André Marx, deswegen gibt es auch mal von mir mal ein Lob für André Minninger, der seit einiger Zeit alle Hörspiel-Skripte für die ???-Hörspiele erstellt. Wer hätte das nach früheren Verrissen gedacht…? ;-))

Fazit: Auch das Hörspiel gehört für mich zu den Highlights der Serie. Unbedingt anhören!


Die zweite Neuerscheinung am Freitag war die DVD (und BluRay-Disc) zur Livetour 2009: „Die drei ?? und der seltsame Wecker„. Die Rahmenhandlung basiert zwar auf der längst bekannten Geschichte, jedoch wurden zahlreiche Extras und Änderungen eingebaut, so dass diese Fassung auch ein Muss für alle ist, die das Hörspiel schon auswendig mitsprechen können.

Live and ticking
Die DVD ist da
Die Doppel-DVD zur Livetour „Die drei ??? und der seltsame Wecker 2009“ ist eingetroffen.

Ich kenne bis jetzt zwei der Audio-Mitschnitte (Berlin, 1. Tag sowie Mannheim), freue mich aber darauf, mir das ganze auch endlich mal anschauen zu können, diesmal in der Fassung der Hamburger Aufführung — nicht, dass sich die erheblich unterscheiden würden, aber es wäre ja langweilig, immer nur die gleiche Show in die Finger zu bekommen… 😉

Daher habe ich die DVD heute bei Amazon bestellt — über einen Preis von 10,98 EUR für eine Doppel-DVD kann man sich nun wirklich nicht beschweren; allein die Show sollte das schon wert sein, und dann ist da ja auch noch das Bonus-Material (Outtakes, Intervies, Hinter den Kulissen); wenn das auch nur annähernd so gut wird wie auf der „Master of Chess„-DVD, ist das für den Preis ein echtes Schnäppchen.

Dienstag oder Mittwoch sollte das ganze hier sein, dann werde ich hoffentlich mehr darüber sagen können 🙂

Update 09.02.2010: Die DVD ist da. Erster Eindruck: sieht gut aus, mal an ein paar Stellen in die Show reingeschaut (kannte man ja schon im wesentlichen, wen auch bisher nur als Audio), die Outtakes komplett geschaut (teilweise etwas unspektakulär, evtl. wäre weniger hier mehr gewesen, aber dennoch sehenswert) und ein bisschen durch den Rest gezappt. Ich werde wohl noch ein paar Stunden brauchen, bis ich da komplett durch bin, aber nicht mehr jetzt…
Weitere Eindrücke folgen bei Gelegenheit.

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